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Von den IGG-Treffen zum Graefe-KiezTreffen

Ein offenes Ohr für Alle

Im April 2009 wurde mehrheitlich beschlossen, die monatlich stattfindenden, offenen Treffen für Anwohner und Gewerbetreibende im Graefekiez von IGG-Treffen (InteressenGemeinschaftGraefekiez) in Graefe-Kieztreffen umzubenennen.
Da in den vorangegangenen Monaten deutlich wurde, dass viele Menschen die monatlich stattfindenden Treffen für geschlossene Treffen mit Mitgliedern halten,  wurde der Beschluss gefasst, einen neuen, eindeutigen Namen zu finden. 

Mit dem Ziel, die Partizipationsmöglichkeiten zur Gestaltung des Lebensraums im Kiez auch in der Kommunikation offen zu halten.

Geschichte der IGG

Hervorgegangen ist die Interessengemeinschaft Graefe-Kiez aus einem Forum zum Thema Gewerbeleerstand. Im Jahr 2000 wurde die Initiative gegründet, um gemeinsam Lösungen für den damals verbreiteten Leerstand von Geschäftsräumen in der Gegend zu finden. Mit der von ihr im gleichen Jahr initiierten „Kunstmeile“, einer Ausstellung in 25 Gewerberäumen wurde diese Initiative bekannt im Kiez.

Er läuft wieder!

Im folgenden Jahr organisierten wir den sogenannten „Graefe-Gipfel“. Auf dieser großen Versammlung diskutierten wir gemeinsam mit Anwohnern die wichtigen Themen zum Zusammenleben im Stadtteil, die wir zuvor durch Befragungen herausgefiltert hatten. Von Anfang an hat das Nachbarschaftshaus Urbanstraße e. V., am Rande des Graefe-Kiezes gelegen, die Arbeit der IG Graefe-Kiez begleitet. Markus Runge, der Gemeinwesenmitarbeiter im Nachbarschaftshaus, moderiert unsere Treffen und unterstützt wesentlich die Organisation und Durchführung der Projekte der IGG. Er vermittelt wichtige Kontakte und hilft bei der Suche nach Finanzierungen.

 

Inzwischen engagieren sich neben einigen Gewerbetreibenden auch viele AnwohnerInnen in der IGG, die für viele Menschen im Kiez zu einer Anlaufstelle mit ihren Anliegen geworden ist. Die Initiative zeichnet sich aus unserer Sicht besonders dadurch aus, dass es gelingt, die Beteiligten zusammen zu bringen, um gemeinsam Problemlagen zu analysieren und mit einfachen Mitteln zu ändern. Mit anderen Menschen aus dem Kiez, Vertretern von Behörden oder der Kommunalverwaltung diskutieren wir, was die Menschen stört und wie wir die Situation verbessern können. Wir versuchen ganz konkrete Vorschläge zu erarbeiten, die sich auch tatsächlich umsetzen lassen. Mit diesem Konzept haben wir als IGG schon mehrfach erfolgreich Pläne in die Tat umgesetzt.

Bodenschwelle in der "Dieffe"

Die Initiative setzte zum Beispiel Verkehrsberuhigung mit Hilfe von Bodenschwellen durch. An einigen Straßenecken wurden auf Anregung der IGG und selbst organisierter Finanzierung Spender für kostenlose Hundekotbeutel installiert. Aktuell werden u.a. mit Vertretern der Kommunalverwaltung Schritte gegen die Verwahrlosung und Vermüllung des Hohenstaufenplatzes (im Volksmund Zickenplatz) erarbeitet. Für die vielbefahrene Urbanstraße wird ein langfristiges Konzept zu deren Umgestaltung vorbereitet, um die ehemals vorhandenen Vorgärten wieder anzulegen. Und zwischen AnwohnerInnen, die sich durch Kneipenlärm belästigt fühlen, und den betroffenen Kneipiers beginnt die IGG zu vermitteln mit dem Ziel, gemeinsame Absprachen für ein langfristiges Auskommen zu vereinbaren.

Eine sog. "Baumscheibenaktion"

Darüber hinaus gibt es regelmäßig kleine Aktivitäten der IGG, von denen viele Anwohner profitieren. Wir begrünen kleine kahle Flächen um die Straßenbäume herum (sogenannte Baumscheiben), bauen schlichte Holzzäune zu deren Schutz und vermitteln Patenschaften bei AnwohnerInnen und Gewerbetreibenden, die sich weiterhin um die Baumscheiben kümmern. Zweimal im Jahr organisieren wir mit Unterstützung des Nachbarschaftshauses einen Flohmarkt und einmal im Jahr einen Sperrgutmarkt, der den Bewohnern ermöglicht, sich von Dingen zu trennen, die andere noch gebrauchen können. Auch diese Idee der kostenlosen Weitergabe brauchbaren Hausrates ist hier im Graefe-Kiez geboren.

 

Wesentlich für die Initiative sind die Gespräche mit den hier Lebenden und Arbeitenden, um ein Forum für die Probleme im Kiez zu sein. Die Initiative nutzt dafür zahlreiche Kommunikationswege. Kneipen und Geschäfte der in der IGG aktiven Gewerbetreibenden ermöglichen den unkomplizierten Informationsaustausch mit den Menschen vor Ort. Die monatlichen Treffen der IGG sind öffentlich. Im letzten Jahr stießen viele Interessierte dazu, um ihre Sorgen und Belange zur Sprache zu bringen oder um sich für bestimmte Themen zu engagieren. Derzeit kommen im Schnitt 15 Personen zu unseren Treffen.

Bewohnertreffen 2004

Bei den gelegentlichen größer angelegten Bewohnerversammlungen zu einzelnen Themen waren auch schon 100 Leute und mehr anwesend. Diese Versammlungen dienen insbesondere dazu, Themen breiter zu diskutieren oder Entscheidungen für die Weiterarbeit auf einer breiteren Basis zu treffen. Auf dem jährlichen Graefekiez-Fest ist die IGG regelmäßig mit einem Stand vertreten und befragt dort gezielt die Besucher nach den aktuellen Themen im Kiez. Aus diesen Themensammlungen ergeben sich wichtige Orientierungspunkte für die Arbeit der Initiative. Über eine Mailingliste informieren wir mittlerweile über 130 Anwohner und Gewerbetreibende per E-Mail über Aktivitäten und Aktuelles im Kiez.

GraefeKiez-Fest

Finanziert werden unsere Aktivitäten aus verschiedenen Quellen. Seit mehreren Jahren unterstützen kiezansässige Kneipen unsere Arbeit. Für den jährlich von den Kneipen organisierten „Tanz in den Mai“ verkaufen sie Kiezpässe mit Rabatten auf Getränke. Die Einnahmen aus diesem Verkauf gehen als Spende an die IGG. Wiederholt konnte die IGG auch Geld zur Unterstützung ehrenamtlicher Arbeit einwerben. Zudem verkaufen wir seit zwei Jahren die beliebte, von uns gedruckte Postkarte „gerne lebenslänglich graefe-kiez“ auf Veranstaltungen und in diversen ansässigen Geschäften.

 

Das Engagement der Menschen in der IGG ist freiwillig, weil sie gerne im Graefe-Kiez leben oder arbeiten und der Überzeugung sind, dass es sich lohnt, für ein lebenswertes Miteinander etwas beizutragen. Die bisherigen Erfolge und das wachsende Interesse von AnwohnerInnen, Gewerbetreibenden und Engagierten auch aus benachbarten Stadtteilen an der IGG sind ermutigende Signale für unsere Arbeit.